Steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierung

Steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierung

I. Ausgangslage

Klimaschutz, Erderwärmung und CO²-Verbrauch sind Schlagworte, die auch bei den Maßnahmen der Bundesregierung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Es wurden deshalb steuerliche Anreize geschaffen, die auch für Eigentümer selbstgenutzter Immobilien interessant sein können.

Sofern Ihre Immobilie in die Jahre gekommen ist und in Teilbereichen Renovierungsbedarf aufweist kann die folgende steuerliche Förderung für Sie interessant sein. Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung wie bspw. die Wärmedämmung von Wänden, Dächern oder Geschoßdecken, die Erneuerung einer veralteten Heizungsanlage, sowie Renovierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Fenstern und Außentüren werden, sofern technische Mindestanforderungen erfüllt sind, nennenswert steuerlich gefördert.

Voraussetzung ist, dass das selbstgenutzte Wohneigentum mindestens 10 Jahre alt ist.

II. Die Fördermaßnahmen im Einzelnen

Die Höhe der Förderungen bei den Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung beträgt 20 % der Aufwendungen und ist auf maximal 40.000 € pro Wohnobjekt begrenzt. Sofern eine energetische Baubegleitung oder eine Fachplanung in Anspruch genommen wird, sind 50 % der hierfür anfallenden Kosten zusätzlich begünstigt.
Die vorgenannten steuerlichen Fördermaßnahmen sind zum 01.01.2020 in Kraft getreten und können auch in den Folgejahren bis Ende 2029 in Anspruch genommen werden. Die energetischen Sanierungsmaßnahmen müssen zudem nicht alle gleichzeitig durchgeführt werden. Sie können auch bis zum Ende des Förderungs-zeitraums 2029 in Etappen beauftragt werden.

Die steuerliche Förderung wird im Rahmen der Einkommensteuererklärung beim Finanzamt geltend gemacht. Hierbei werden die Förderbeträge von der individuellen Steuerschuld abgezogen. In dem Jahr, in dem die Maßnahmen abgeschlossen sind, bekommen Sie 7 % der Sanierungskosten zurück, für das zweite Jahr ebenfalls 7 % und im dritten Jahr die verbleibenden 6 %. Die 50 % der Kosten für den Energie- oder Fachberater können Sie im ersten Jahr vollständig abziehen.

Die Durchführung der Sanierungsmaßnahmen ist durch eine Bescheinigung des Fachunternehmens oder einen Energieberater zu bestätigen. Für diese Bescheinigung ist ein amtliches Muster zu verwenden, welches der Einkommensteuererklärung beigelegt werden muss.

Die formalen Anforderungen an die Rechnungen und Belege sind mit den Anforderungen bei der Geltendmachung von Handwerkerleistungen vergleichbar. Voraussetzung ist eine korrekte Rechnung sowie ein Nachweis über die überwiesenen Beträge. Barzahlungen sind nicht möglich. Die Aufbewahrungspflicht der Rechnungen beträgt mindestens zwei Jahre.
Im Folgenden möchten wir die Auswirkungen der steuerlichen Förderungen an einem Beispiel verdeutlichen. Folgende Aufwendungen sind im Rahmen einer Sanierungsmaßnahme entstanden:

Kosten für eine neue Heizung: 35.000 €
Kosten für Wärmedämmungsmaßnahmen an Dach und Fassade: 25.000 €
Kosten des Energieberaters: 2.000 €

Insgesamt sind damit förderfähige Kosten i. H. v. 62.000 € angefallen.

50 % der Kosten des Energieberaters (1.000 €) können im ersten Jahr geltend gemacht werden. 20 % der übrigen Kosten von 60.000 € werden verteilt auf drei Jahre von der individuellen Steuerschuld abgezogen. Jeweils 7 % in den ersten beiden Jahren und 6 % im dritten Jahr.
Es ergeben sich damit folgende Abzugsbeträge:
Jahr 1: 5.200 €
Jahr 2: 4.200 €
Jahr 3: 3.600 €

Insgesamt können damit in den folgenden drei Jahren 13.000 € von der Steuerschuld in Abzug gebracht werden.

III. Unser Tipp

Sollte Ihre Immobilie energetischen Verbesserungsbedarf aufweisen, so stellen die o. g. Maßnahmen eine der wenigen Möglichkeiten zur Förderungen von selbstgenutzten Immobilien dar. Gerne stehen wir Ihnen bei der Geltendmachung der Aufwendungen beratend zur Seite.

 

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